Wie Mitarbeiter Work-Life-Balance im Home Office wirklich erreichen

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In Heimarbeit zu sein bedeutet viele Freiheiten zu haben, setzt aber auch voraus, dass Arbeitnehmer sich selbst gut kennen. Denn im Grunde obliegt die Gestaltung der täglichen 24 Stunden jedem selbst. Natürlich werden viele Unternehmen bestimmte Erwartungen haben, wie etwa Uhrzeiten, in denen die Mitarbeiter online sein müssen. Wie, wo und wann gearbeitet wird, ist aber eine Aufgabe, der sich jeder Remote Worker selbst stellen muss. Ebenso liegen die Freizeitgestaltung und eine ausgewogene Work Life Balance im Verantwortungsbereich des Einzelnen. Kein ganz so leichter Task, wie die meisten in den vergangenen Wochen selbst erlebt haben. Statt zu festen Uhrzeiten in die Arbeitsstätte zu fahren, mittags mit den Kollegen essen zu gehen und zu einer geregelten Zeit wieder nach Hause zu kommen, wobei man unterwegs den Kopf frei bekommen konnte, muss der Arbeitsalltag im Home Office erst einmal definiert werden. Wie Sie Ihre Mitarbeiter bei einer ausgewogenen Work Life Balance im Home Office unterstützen und welche bewährten Tipps Sie ihnen geben können, haben wir für Sie zusammengefasst.

Herausforderung Home Office - Was macht es so schwierig?
Wann beginnt die Arbeit? Gehe ich vom Bett direkt in Schlafsachen an den Schreibtisch oder brauche ich morgens zuerst Zeit für mich? Arbeite ich am Küchentisch, in einem Arbeitszimmer oder auf dem Balkon? Wann mache ich Pause und wie lange? Habe ich mich im Büro um die Mittagszeit auch immer so erschlagen gefühlt? Wie lange kann ich von zu Hause wegbleiben, ohne online und damit nicht erreichbar zu sein? Geht es nur mir so oder arbeite ich plötzlich mehr als früher? Ist es in Ordnung, wenn ich nachmittags zum Sport gehe und stattdessen abends länger arbeite?
Fragen über Fragen, um herauszufinden, wie man als Arbeitnehmer einerseits seiner beruflichen Verpflichtung gerecht wird und andererseits ein ausgewogenes Verhältnis zu seinem Privatleben sowie seinen individuellen Bedürfnissen schafft. Im Home Office setzt kein Chef oder Kollege Grenzen bzw. schafft aktiv Freiräume. Dies ist Aufgabe des einzelnen Telearbeiters, um die Heimarbeit produktiv und zufriedenstellend für Körper und Geist zu gestalten.

Mittagspause im Arbeitsalltag


5 Tipps für eine ausgewogene Work-Life-Balance im Home Office

 

  1. Eigener und abgetrennter Arbeitsbereich
    Nicht jeder hat zu Hause ein Arbeitszimmer, dessen Tür während der Arbeitszeit hinter sich zugezogen werden kann. Bei manch einem ist es nur ein kleiner Arbeitsbereich im Wohn- oder Schlafzimmer bzw. der Küchen- oder Esstisch, an dem gearbeitet werden muss. Auf lange Sicht empfiehlt sich für den letzten Fall ein eigener Arbeitstisch, möge er auch noch so klein sein. Wichtig ist, dass es zu Hause eine räumliche Trennung zwischen beruflicher und privater Tätigkeit gibt. Es ist also ratsam, die Arbeitsutensilien nach Feierabend in eine Kiste zu packen und diese bis zum nächsten Arbeitstag zu verstauen, sodass der Esstisch seine eigentliche Funktion zurückerhält. Auch eine Pflanze kann als Sichtschutz zur Couch dienen, so dass niemand in seiner Freizeit immer wieder an unerledigte Tasks erinnert wird. Eine räumliche Separierung von beruflichem und privatem Leben im Home Office hilft dabei, die Balance auch auszuleben. Inspirationen zur Einrichtung und Organisation des eigenen Home Office geben zahlreiche Videos wie beispielsweise von der Youtuberin Elenas Momlife.
  2. Feste Zeiten für die Arbeit, die Freizeit und Pausen
    Zu wissen, wann gearbeitet wird und wann nicht, ist eine essentielle Hilfe bei der selbstbestimmten Strukturierung des Remote Business Alltags. In Österreich wird die Telearbeit durch das Arbeitszeitgesetz geregelt. Dennoch muss jeder Dienstnehmer einschätzen können, wann das tägliche Pensum erfüllt ist oder ob Überstunden gemacht wurden. Verschwimmen die zeitlichen Grenzen zwischen beruflichen und privaten Tätigkeiten, bleibt man mit einem Teil seiner Gedanken immer im anderen Bereich verhaftet. In der Freizeit fällt es entsprechend schwer abzuschalten und während der Arbeit fühlt man sich unkonzentriert sowie unproduktiv. Beides ist wenig zufriedenstellend und wirkt sich langfristig negativ auf die Motivation und Ausgeglichenheit am Heimarbeitsplatz aus. Mit diesen Tipps können sich Mitarbeiter im Home Office zeitlich besser strukturieren:

    - Versuchen Sie morgens zu einer festen Zeit zu beginnen.
    - Arbeiten Sie 5 Tage pro Woche und nehmen Sie sich 2 Tage frei.
    - Halten Sie feste Zeitpunkte und Zeiträume für Pausen ein.
    - Stellen Sie sich eine Stoppuhr, wann Sie mit einer Aufgabe fertig sein wollen.
    - Hängen Sie nicht mehr als 30 Minuten an das festgelegte Tagespensum dran und hören Sie dann zu 100% auf zu arbeiten.

  3. Individuell flexibler arbeiten
    Gewohnheiten aus Bürozeiten dürfen, müssen aber nicht übernommen werden. Ermutigen Sie Ihre Belegschaft dazu, ihren Arbeitsalltag so zu gestalten wie es zu ihren jeweiligen Bedürfnissen und Stärken passt. Sie können dafür verschiedene Varianten ausprobieren, um herauszufinden, was wirklich funktioniert. Home Office bietet eine hervorragende Chance für Experimente mit sich selbst. Wirkt sich beispielsweise ein Power Nap positiv auf das Energielevel nach dem Mittagessen aus? Oder sind die Arbeitszeiten von 9 bis 17 Uhr für den Organismus einfach am besten? Auch der Austausch mit anderen und Erfahrungsberichte zum Thema Home Office stellen eine wertvolle Hilfestellung dar, um die eigene Heimarbeit ausgewogen und im Einklang mit dem Privatleben zu gestalten. Wer sich selbst gut kennt, kann die Potenziale des Home Office voll ausschöpfen statt unter Mehrarbeit oder dauerhaft schlechtem Gewissen zu leiden.

  4. Regeln aufstellen und die Einhaltung auch von anderen fordern
    Kommunizierte Vereinbarungen mit den Kollegen, dem Chef oder Familienmitgliedern binden nicht nur die anderen an diese Regeln, sondern auch den Mitarbeiter selbst. Das hilft einerseits bei der Einhaltung des Vereinbarten und dient gleichzeitig als Erinnerung für den anderen. Ohne lange Erklärungen muss der Partner nur noch darauf hingewiesen werden, dass man noch bis 19 Uhr arbeiten und wie vereinbart nicht gestört werden möchte. Dem Vorgesetzten schuldet der Angestellte keine Entschuldigung, wenn er oder sie von 8 bis 10 Uhr ins Fitness geht, nachdem dies vorher so ausgemacht wurde. Auch das Ministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport nennt eigene Grenzen als essentielle Voraussetzung für einen Gesunden Arbeitsplatz. Je klarer die Regeln für alle Beteiligten sind, desto einfacher ist es sich daran zu halten. Ermuntern Sie Ihre Mitarbeiter, ihre Work Life Balance so zu regeln wie es für denjenigen bzw. diejenige richtig ist.

  5. Mit Listen für ToDos arbeiten
    Besonders für Wissensarbeiter, die Deadlines statt konkrete Aufgaben von Ihren Vorgesetzten bekommen, ist die Selbstorganisation im Job essentiell. Im Homeoffice ist der Teamleiter als Ansprechpartner und Koordinator gefühlt noch weiter weg als im Büro. Tägliche, wöchentliche oder monatlicher Listen für ToDos helfen dabei, sich zu organisieren und nach getaner Arbeit auf das Privatleben zu konzentrieren. Tauschen Sie sich mit Ihren Mitarbeitern darüber aus, welche Vorteile die Verwendung von Papier und Stift, einem Srcum Board oder Tools wie Trello für Listen haben.


Fazit: Work Life Balance liegt in Ihrer Hand
Eine ausgewogene Balance zwischen privatem und beruflichem Alltag ist bereits mit einem festen Büroplatz und klaren Bürozeiten eine kleine Herausforderung. Im Home Office wird dieses Vorhaben für manch einen sogar noch schwerer umsetzbar. Unterstützen Sie Ihre Mitarbeitern und ermuntern Sie sie, sich selbst besser kennen zu lernen, verschiedene Methoden auszuprobieren und ihren Telearbeitsplatz so attraktiv wie möglich zu gestalten. Je besser sich Arbeitende selbst kennen, desto einfacher lassen sich Grenzen ziehen und nach außen kommunizieren. Auf diese Weise bringt jedes Belegschaftsmitglied eine ausgewogene Work Life Balance in sein/ihr Home Office.

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