So stärken Sie die Work-Life-Balance Ihrer Mitarbeiter

Bei vielbeschäftigten Mitarbeitern kann die Work-Life-Balance aus dem Gleichgewicht geraten – darunter leidet auch die Arbeitsleistung. Bruno Vanhaelst, Vice President of Marketing bei Sodexo Benefits spricht über Herausforderungen und Lösungen für Unternehmen.

Warum sollten Unternehmen dem Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben mehr Aufmerksamkeit schenken?

Bruno Vanhaelst: Weil dieses Thema für Arbeitnehmer Priorität hat. In einer rund um die Uhr vernetzten Welt ist es nicht immer leicht, die ideale Work-Life-Balance zu erreichen. Flexible Arbeitszeiten sind daher ein wichtiger Lösungsansatz. HR-Manager werben mit flexiblen Arbeitszeiten, um neue Talente für ihr Unternehmen zu gewinnen. Führungskräfte in den USA sind überzeugt, dass diese Art der Arbeitszeitgestaltung positive Auswirkungen auf das Engagement, die Motivation und die Zufriedenheit der Mitarbeiter hat. Ein aktueller Bericht von  Sodexo zeigt, dass Mitarbeiter sich mehr Zeit außerhalb des Arbeitsplatzes wünschen und die Work-Life-Balance immer wichtiger wird. Angestellte, die Arbeits- und Privatleben schwer miteinander vereinbaren können, sind weniger engagiert und produktiv.

Warum gerät das Verhältnis zwischen beruflich und privat aus dem Gleichgewicht?

Bruno Vanhaelst: Das hat verschiedene Gründe. Ein Beispiel: die Heizung zu Hause ist kaputt, das Kind ist krank oder ein älteres Familienmitglied hat gesundheitliche Probleme – dies betrifft besonders Vertreter der „Sandwich-Generation“, die sich sowohl um ihre Kinder als auch die Eltern kümmern und zugleich einer beruflichen Tätigkeit nachgehen. Ähnlichen Belastungen sind Alleinerziehende ausgesetzt, oder Kinder geschiedener Eltern, die für gleich zwei Elternpaare verantwortlich sind. Auf der anderen Seite steht der berufliche Druck. Für viele Arbeitnehmer nimmt das Arbeitspensum während der Bürozeiten zu und wird auf Abende und Wochenenden ausgedehnt – vor allem durch geschäftliche E-Mails, die die Mitarbeiter auf ihren Smartphones erreichen. In einer globalisierten Welt, in der Kosteneinsparungen für Unternehmen an vorderster Stelle stehen, wird von den Mitarbeitern verlangt, mit weniger Ressourcen mehr zu leisten und länger zu arbeiten. All diese Faktoren führen zu Stress, und dieser wiederum kann ein Burnout oder sogar Depressionen zur Folge haben. In Großbritannien werden die Verluste durch arbeitsbedingten Stress auf 10,4 Mio. Arbeitstage pro Jahr geschätzt. Dieselbe Studie kam zu dem Ergebnis, dass 27 Prozent der Angestellten aufgrund von Überstunden an Depressionen, 34 Prozent an Angstgefühlen und 58 Prozent an Reizbarkeit leiden. Auch hier ist klar, dass sich solche Bedingungen negativ auf Mitarbeiterleistungen und die Bindung an das Unternehmen auswirken.

Was können Arbeitgeber hier tun?

Bruno Vanhaelst: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wobei die Geschwindigkeit und Komplexität unseres modernen Lebens ein gesellschaftliches Problem ist, das nicht von einem einzigen Unternehmen gelöst werden kann. Zuerst sollte die Firma eine angenehme Arbeitsumgebung schaffen. Als Zweites kann sie eine Reihe von Leistungen anbieten, die die Mitarbeiter in ihrem anstrengenden Alltag unterstützen, wie zum Beispiel Kinder- und Seniorenbetreuung, finanzielle Hilfen, flexible Arbeitszeiten oder Concierge-Services. Dabei geht es um Lösungen, die den Angestellten Zeit, Geld oder beides sparen. Ein dritter Schritt wäre dann die Einführung von Programmen zur Verbesserung des Wohlbefindens mit Gesundheits- und Wellnessangeboten sowie von Plattformen für die Mitarbeiteranerkennung, Beratung und Unterstützung bei Problemen oder Weiterbildungsangeboten. Wichtig ist es natürlich auch, die angebotenen Leistungen auf die verschiedenen Mitarbeiterprofile und Lebensstile abzustimmen.

Welche Art von Mitarbeiterprofilen gibt es?

Bruno Vanhaelst: Eine internationale Studie von Sodexo konnte vier verschiedene Gruppen ausmachen. Die „Pragmatiker“ sind im Allgemeinen älter, kinderlos und arbeiten für große Unternehmen. Für diese Gruppe spielt das Gehalt eine größere Rolle. Die „Sinnsucher“ sind jünger und arbeiten häufig für Start-ups. Die Höhe des Gehalts steht für sie an untergeordneter Stelle. In allen sozialen Schichten und Altersgruppen finden Sie den dritten Typ, den „Work-Life-Balancer“. Die vierte Kategorie bilden Mitarbeiter vom Typ „Arbeiten, um zu leben“ – diese sind häufig jünger, wollen heiraten oder eine Familie gründen und engagieren sich weniger für die Ziele des Unternehmens. Um die passende Lösung für jede dieser Gruppen anzubieten, muss man sich mit den unterschiedlichen Lebensstilen und Bedürfnissen ihrer Vertreter auseinandersetzen.

Welche Auswirkungen kann eine bessere Work-Life-Balance haben?

Bruno Vanhaelst: Erhebliche Auswirkungen, wie sich weltweit beobachten lässt. Eine Studie von Sodexo in sieben Ländern ergab, dass 89 Prozent der Führungskräfte kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) nach der Einführung von Maßnahmen, die ihren Mitarbeitern die Vereinbarung von Privatleben und Beruf erleichtern, eine Steigerung der Produktivität und Effizienz bemerkten.Zudem gaben 88 Prozent der Befragten an, dass die Maßnahmen die Reputation des Unternehmens verbesserten, 82 Prozent berichteten, es sei leichter geworden, neue Mitarbeiter zu finden, und 74 Prozent beobachteten eine Umsatzsteigerung. Es bestehen also keine Zweifel, dass solche Initiativen Unternehmen direkt zugutekommen. Auch auf die Fluktuation und alle damit verbundenen Kosten wirken sich Schritte zur Verbesserung der Work-Life-Balance positiv aus. Eine Studie der Hay Group mit deren Datenbank von mehr als fünf Millionen Arbeitnehmern ergab, dass 25 Prozent der Mitarbeiter, die keine Unterstützung für ihre Work-Life-Balance erhielten, innerhalb der nächsten zwei Jahre einen Wechsel des Unternehmens planten, während es bei den Mitarbeitern, die sich von ihren Arbeitgebern unterstützt fühlten, nur 17 Prozent waren. In einer Erhebung von Sodexo in fünf verschiedenen Ländern (Brasilien, USA, Frankreich, Polen und Indien) bewerteten die Angestellten die Work-Life-Balance als den zweitwichtigsten Aspekt einer beruflichen Tätigkeit.

Wie unterstützt Sodexo Unternehmen dabei, ihren Angestellten eine bessere Work-Life-Balance zu ermöglichen?

Bruno Vanhaelst: Unser breites Portfolio reicht von unseren Benefits and Rewards Services bis hin zu unseren „Personal and Home Services“. Dazu gehören Kinderbetreuung, Mobilitätslösungen, Tools für die Finanzplanung, Gesundheits- und Wellnessprogramme, Concierge-Services, Leistungen für pflegebedürftige Angehörige, Programme zur Mitarbeiteranerkennung und vieles mehr. All diese Angebote ermöglichen es Angestellten, sich ihrer Arbeit voll und ganz zu widmen, weil sie sicher sein können, dass ihr Arbeitgeber sie in allen Belangen ihres Privatlebens unterstützt. Für die Angestellten stellt dies eine ganz konkrete Verbesserung ihrer Lebensqualität dar, und das Feedback, das wir von ihnen erhalten, gibt uns recht.  
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